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Born in East Berlin in 1973, Alexander Polzin originally trained as a stonemason. He enjoys an international career as a sculptor, painter, stage designer and opera director. In addition, he develops unique collaborations with writers, composers, musicians, choreographers and scholars from all over the world.

Polzin’s sculptures and paintings can be seen today in public spaces across the world. For example his Giordano Bruno Monument in Berlin’s Potsdamer Platz (this sculpture is also installed at the Central European University in Budapest and the City Hall in Nola, Italy). Additionally his Fallen Angel is at the Collegium Helveticum, Zürich;; Socrates for Tel Aviv University, The Couple, for the foyer of the Opéra national de Paris, Bastille, Dante Heads at Teatro Real in Madrid, and The Couple II for La Monnaie/De Mund Royal Opera House in Brussels. In May 2016 a memorial sculpture to Paul Celan was unveiled by the mayor of Paris in the Anne Frank Garden.

Major exhibitions of his work have been presented at the Getty Center in Los Angeles, Budapest, Bucharest, Naples, Berlin’s Institute of Advanced Studies, Bard College in New York, Einstein Forum Potsdam, San Francisco International Arts Festival, Teatro Real - Madrid, NCPA Beijing, Salzburg Easter Festival and Anna Akhmatova Museum in St. Petersburg.

His most recent solo exhibitions were held in London in 2015 (Maestro Arts) and Berlin in 2014 / 2016 (Galerie Kornfeld). In January 2015 solo exhibitions of his work were shown at Grand Théâtre de Genève to coincide with his designs for Iphigénie en Tauride and the Kunstmuseum Ahrenshoop showed "Aus meinem Augenfenster, Hommage an Thomas Brasch". In 2015 his artworks were exhibited at the Vatican Museums in Rome. The exhibition has also been shown in The House of Representatives, Berlin and City Museum, Wrocław. An exhibition of his work focussed around his friendship with György Kurtág was featured at the Aldeburgh Festival in June 2016. In 2017 Galerie Rhomberg presented “All or Nothing” at the Kitzbühel Country Club in Austria.

Polzin has been the recipient of “Artist-in-Residences” at the International Artists House in Herzliya, Israel, Kollegium Helveticum - Zurich, Montalvo Arts Center in Saratoga, California, and the Centre for Advanced Study at the Käte Hamburger Collegium for Research in the Humanities in Bonn. Polzin has also been a visiting professor at ETH Zurich and the University of California, Santa Cruz.

 

Alexander Polzin's work in addition to its artistic and aesthetic pleasures provides a good framework to overcome, at least in our minds, the "Age of Anxiety" which showed its terrible face last year, on September 11.
Imre Kertesz

I think it is an anxiety about having an existential form, giving form to your life and once you give form to your life in a world without God it is always threatened by this soft chaos. It is threatened to be absorbed by something that is fullness, that can be tenderness.
Hans Ulrich Gumbrecht

Wie abgestorbene, voneinander losgelöste Epidermisschichten auf der Haut. Unter den Schichten längst abgewickelter Zeiten liegen Schichten anderer Lebenszeiten. Nur dass es die Perspektive, durch die die Schichtmassen / Schichten gegen einander messbar wären, auf den Bildern von Polzin nicht gibt.
Peter Nadas

Wir werden durchs Kunstwerk gleichsam aufgefordert, ein Art Erinnerungsakt zu vollführen, ein eingedenkendes Versenken ins Kunstwerk, durch das wir zur Beschauungssubjekte der Geschichte werden, die im Akt des Schauens das menschliche Leiden erinnernd der Vergessenheit entreißen und dem Bewußtsein der katastrophischen Geschichte einer nicht erlösten Menschheit zuführen. 
Moshe Zuckermann

Und was bei Alexander Polzin der Fall ist: je länger die Bilder dort sind, desto mehr werden sie in diesem Sinne Bild. Sie werden immer mehr Ihr Eigentum, sie treten ins Verhältnis zu Ihnen. Sie haben eine körperliche Verhältnismässigkeit zu Ihnen. Das Bild hat einen - wie Hetze es nannte - Leib.
Jochen Boberg
Die Bilder von Alexander Polzin sind autonom, beharrlich und provozieren Ambiguität: autonom - weil sie in einem multistilistischen Pluralismus sperrig und sich dem Kunstmoden-Diskurs auch durch Konventionalität verweigern; beharrlich - weil die Bannungsmöglichkeit des malerischen Mediums gegen die zeitgemäße multimediale Auflösung von Kunst in Kulturdekor mit Konsequenz gewagt wird; ambiguös - weil in manchen seiner Bilder die Dichte des Informellen schemenhaft ans Gegenständliche heranreicht, ohne sich je im Figurativen zu verlieren. 
Herbert Lachmeyer
Alexander Polzins Bilder sagen: "So wird es einmal gewesen sein." Ernst und Pathos seiner Kunst haben hier ihren Grund. Es sind Botschaften, adressiert an Betrachter, die ihr Gepäck, ihr "europäisches Gepäck", bereits vor langem geschnürt haben und woandershin aufgebrochen sind; die auf Europa wie auf eine verschwindende Kultur zurückblicken.
Reinhart Meyer-Kalkus
Alexander Polzin ist das Risiko eingegangen, in der figürlichen Skulptur noch einmal Themen anzubieten und damit den öffentlichen Raum zu besetzen. Der Giordano Bruno in Berlin oder das Paul Celan-Projekt für Paris beweisen, wie wichtig ihm diese Kunstform auch in der heutigen Mediengesellschaft geblieben ist. „Das Paar“, das in der Pariser Oper aufgestellt wurde, bietet also allen Anlass, um die Diskussion um den verbliebenen Auftrag der Kunst im öffentlichen Raum noch einmal zu führen.
Hans Belting
So ganz wird den exotischen Moment nur begreifen, wer sich mit dem Werk Polzins etwas vertraut gemacht hat, mit seiner höchst eigensinnigen Form von Memorialkunst, auch mit der sanften Beharrlichkeit dieses Künstlers, seiner Gabe, hin und wieder durch Wände zu gehen. Denn darum geht es, wenn nicht alles täuscht, hier: gerade da ein Zeichen zu setzen, wo alle Zeichen im Vorübergehen neutralisiert werden und verpuffen. 
Durs Grünbein
So jedenfalls sehe ich seine arbeit: meinen blick frei machend durch die lücke auf und durch den stein, der mich ver- und aus- und ein- schließt und auf die gesichte und gesichter, meine und die meiner mitgefangenen, die unfrei wünschenden, doch freiwillig verwunschenen.
Thomas Brasch 
Fast jeden Tag gehe ich an Alexander Polzins Figur vorbei, und meine Augen, mein Kopf schreiben sich mit Deutung voll: zu bescheiden, um zu imponieren, zu stoßend, um übersehen zu werden, ein Sperrgut, ein nicht ganz irdischer Fremdkörper, das sich selbst überlassene, fest gewordene Produkt eines Unglücksfalls.
Adolf Muschg
That is exactly how the pictures of Alexander Polzin look:  the image in them is "complicated" in many layers, which shine through one another, allowing the viewer to "excavate" that which obtains its shape only in such a "free-digging", not in a usual look. 
Udis Tirons
Alexander Polzin ist unzeitgemäßer Zeitgenosse. Getreu dem Satz des Kirchenvaters Augustinus, daß nichts sinnloser sei als ein Bild, das sich selbst aussagt, macht er keine "autonome" Kunst, sondern schafft Bilder, die die Welt, ihr Wissen, die Handelnden aussagen. Er verführt zur bewussten Wahrnehmung, höchstes Ziel jeder ästhetischen Argumentation.
Jochen Boberg
Wenn die Callas singt, bricht Feuer aus. In der Innigkeit des Leisen und in der Wildheit des Lauten. Beide stossen uns an eine Grenze. Es ist, als ob Alexander Polzin mit seinen sechs Callas-Ikonen dieser Grenzerfahrung künstlerisch Tribut zahlen müsse. Für den religiösen Menschen ist eine Ikone die stellvertretende Anwesenheit einer numinosen Gewalt. Für den Künstler ist sie Spielform im Umgang mit einer Erfahrung des Unvergleichlichen. 
IsoCamartin
Polzin will hier bleiben (wo ist hier?), will heute etwas einlösen (wann ist heute?), das irgendwann wohl versprochen wurde, wahrscheinlich sogar jedem von uns lebenden Europäern und jeder lebenden Europäerin: ein solidarisches Leben ohne Verachtung, Identität ohne Befehle, weder Achilles noch Penthesilea, keine Kopien, dafür wandelbare Eigenart, eine Kultur der unaufhebbaren Unterschiede, eben Zivilisation. 
Manfred Faßler
His art crosses the boundary between the world of the laboratory and that of the gallery -- and we are forced to thinking deeply about what such a journey means.
Sander L. Gilman

"To be young,"  wrote W. H. Auden in the Age of Anxiety  "means/To be all on edge."  Alexander Polzin's remarkable series of 99 paintings are all on edge, and they speak to the present moment precisely as Auden's long poem spoke to war-ravaged Europe.  Disillusioned and wary, Polzin looks out over a bleak moral landscape and struggles to salvage small fragments of beauty amidst the destruction. 
Stephen Greenblatt